Triathlon Jugend Team  Europameisterschaft
09. September 2001
Slawa/POL

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Beide Schweizer Teams holen in Polen Silber

Die Vorgeschichte:
 
Durch die Verschiebung des Datum und des Ortes nach Slawa ergaben sich grössere Probleme bei der Organisation der Reise (zudem fiel der Termin auf den Abend des tri-Schlussfestes). Die Aufgebote und Passbegehren mussten im Eilzugstempo erledigt werden. Erst der letzte Wettkampf der neu gegründeten Jugendliga in Locarno brachte Klarheit, wer die Schweiz an der Europameisterschaft vertritt. Am Tag vor der Abreise zog sich Daniela Ryf noch eine Verletzung an der linken Hand zu, welche notfallmässig genäht werden müsste. Sie bekam nur nach langem hin und her vom Arzt die Startfreigabe für Polen. Am Freitagmorgen um 7 Uhr war die Abfahrt in Möhlin. Michael Althaus (Betreuer und Formel 1 VW-Fahrer), Claude Ammann, Daniela Ryf, Steffi Schärer, Melanie Waser, Charles Rusterholzer, Jan van Berkel und Marc Widmer machten sich auf die langen 1000 km nach Polen.

Die Ankunft
Nach Auswendiglernen von polnischen Ortsnamen kamen wir nach 13-stündiger Fahrt in Slawa an. Wir bezogen die Betten und sahen dann zum ersten Mal die Konkurrenz (wahnsinnig, das Jugendathleten 2 Meter gross sein können),anschliessend ging es Richtung Bett. Am Samstag Morgen regnete es. Nach dem Morgenessen gab es ein erstes lockeres Training (Ablaufen der Radstrecke), die Distanzen für den Wettkampf sind sehr kurz (200/4/1 bzw. 300/8/2). Jeder Athlet muss alle drei Disziplinen absolvieren und dann anden nächsten übergeben. Nach dem Mittagessen mussten wir zur Startnummernausgabe. Da waren sie alle: 5 Russische Teams, 3 Ukrainische Teams usw. Es kam uns vor, je näher wir kamen, um so mehr Teams kamen hinzu. Wir liessen uns nicht entmutigen und schlossen sofort Kontakt mit der spanischen Nati. Vor allem Jan liess sich von den Spanischen Mädchen in die Geheimnisse des Triathlons einweihen oder weshalb strahlte er wohl immer so, wenn die Spanierinnen in der Nähe waren ??

Langsam kam Spannung auf. Die Taktik und die Startreihenfolge mussten bestimmt werden. Bei den Mädchen war eigentlich nur eine Frage aktuell: hält Danielas Hand ? Bei den Jungs war mehr das Problem "wie sehe ich nach vorne, wenn alle Russen 2 Köpfe grösser sind als ich?" bestimmend. Wir entschlossen uns, bei den Mädchen für die Reihenfolge Steffi, Melanie und Daniela, bei den Jungs für Marc, Jan und Charles (unser Goldlöckchen).

Der Wettkampf
Da soll einer noch sagen im Osten gebe es keine gut organisierten Wettkämpfe. Alles wurde komplett abgesperrt und es waren sehr viele Helfer anwesend ,die vollen Einsatz geleistet haben. Um 8 Uhr war der Velo-Checkin. Mit der näher rückenden Startzeit stieg unsere Nervosität.

Mädchen:
Zuerst waren die Mädchen dran. Steffi kann im Mittelfeld aus dem Wasser und verschaffte sich mit einer super Veloleistung 20 Sekunden Vorsprung den sie aber im Laufen wieder einbüsste. Die Karten wurden neu gemischt, Abgabe an Melanie, welche im Wasser Rang um Rang nach hinten gereicht wurde. Aber auch sie kämpfte sich auf dem Bike bis auf die zweite Position nach vorne, aber auch sie wurde im Laufen von verschiedenen Athletinnen eingeholt, tapfer kämpfte sie sich zum Übergabezone, wo sie an Daniela übergab. Auch Daniela schwamm sehr schlecht, Rang um Rang verlor sie, stieg aber wie ihre Teamkolleginnen voll motiviert aus dem Wasser und gab auf dem Rad "volle Kanne". Sie kam an zweiter Stelle zurück mit der Ungarin "am Hintern", nun ging es zum Laufen. Mit einem vollen Sprint am Anfang versuchte sie die Ungarin abzuschütteln. Dies gelang ihr und somit gab es im Ziel Silber.

Jungen
Bei den Jungs sah das Feld nicht wirklich nach einem Jugendfeld aus, es glich eher dem Elite-Feld eines Credit Suisse Circuit's. Marc erwischte einen schlechten Start und hätte fast den Anschluss an die erste Gruppe verpasst. Mit den Polen, 3 Russen, 2 Ungarn, Engländern und einem Ukrainer ging er auf die Laufstrecke. Er konnte an vierter Stelle übergeben. Jan schwamm sehr gut und konnte auch beim Radfahren seine Position halten. Das Lauftempo war sehr schnell, Jan gab wirklich alles und war total ausgepumpt als er an Charles übergab. Der kämpfte sich Rang um Rang nach vorne. Auf der Laufstrecke war nur noch der letzte Russe vor ihm. Charles lief immer schneller, aber es reichte nicht ganz. Der Russe konnte sich über die Ziellinie retten, Charles aber holte die zweite Medaille für die Schweiz.

Wir hatten überhaupt nicht mit zwei, geschweige den mit silbernen Medaillen gerechnet. Diese Medaillen wurden dank dem tollen Teamgeist und der Leistung einer tollen Mannschaft erreicht, welche bis ans Limit ging.

Ich freue mich schon mit dem Schweizer Jugend-Kader an die nächste Team-EM gehen zu dürfen

Claude Ammann
Projektleiter Nachwuchs
 

Youth B (14/15 years)
Female
1/ Ukraine 54:06
2/ Switzerland 55:07
3/ Hungary 55:27
4/ Russia 56:59
5/ Great Britain 57:26
6/ Poland 59:47

Youth B (14/15 years)
Male
1/ Great Britain 49:14
2/ Hungary 50:23
3/ Russia 52:07
4/ Russia II 53:02
5/ Poland 54:48
6/ Belarus 55:11

Youth A (16/17 years)
Female
1/ Austria 1:31:01
2/ Great Britain 1:32:18
3/ Russia 1:33:44
4/ Hungary 1:34:09
5/ Spain 1:34:44
6/ Slovakia 1:36:10

Youth A (16/17 years)
Male
1/ Russia 1:19:36
2/ Switzerland 1:19:56
3/ Hungary 1:21:30
4/ Great Britain 1:21:46
5/ Austria 1:22:44
6/ Russia II 1:23:30


 


von links nach rechts: Daniela Ryf, Jan van Berkel, Steffi Schärer, Charles Rustenholzer, Melanie Waser, Marc Widmer

 

 

Für die Triathlon Jugend Team EM vom kommenden Sonntag sind folgende Athleten/-Innen aufgeboten:

weibliche Jugend

Steffi Schärer (Checkpoint Zugerland)
Daniela Ryf (Checkpoint Wildcats)
Melanie Waser (Checkpoint Zugerland)
Anina Stämpfli (Checkpoint Wildcats) verzichtet.

männliche Jugend
Charles Rustenholzer
Marc Widmer
Jan van Berkel

Slawa liegt 400 km von Leipzig entfernt, der Start erfolgt am Sonntag um 10.00 Uhr